TSV Korbach  | Handball

Der neue TSV-Trainer Iljo Duketis über den Fehlstart der Korbacher Handballer in der Landesliga Nord

„Müssen nicht in Panik geraten“

Von Jürgen Heide

Korbach. „Platz drei bis fünf“ hatte Korbachs neuer Trainer Iljo Duketis trotz des großen Umbruchs bei den Landesligahandballern als Saisonziel ausgegeben. Von diesen Rängen ist der Vizemeister der beiden vergangenen Runden weit entfernt. Mit 1:9 Punkten steht der TSV als Vorletzter auf Abstiegsrang 13, sodass es nach der 25:35-Pleite zuletzt gegen Hünfeld viele entsetzte Gesichter unter den Korbacher Fans gab.

Trotz des Fehlstarts bräuchten sich die Anhänger keine Sorgen um die Landesligazukunft des TSV zu machen, meint Duketis. „Das wäre idiotisch. Wir brauchen nicht in Panik zu geraten“, findet der Coach, was er damit begründet, dass die Korbacher demnächst auf „schlagbare Gegner“ treffen. Nach der Spielpause an diesem Wochenende wartet am übernächsten Sonntag aber erst einmal der verlustpunktfreie Spitzenreiter Baunatal auf den TSV, der bei der HSG nur krasser Außenseiter ist.

Neuaufbau braucht Zeit

Iljo Duketis - Trainer

Iljo Duketis – Trainer

 

Duketis will auch nicht von einer Misere spreche, „denn wir sind im Aufbau einer Mannschaft, die mit dem Team der Vorsaison wegen der sieben Abgänge „nichts mehr zu tun hat und das braucht Zeit“. Zudem habe sein Team gegen den Zweiten Hünfeld und auch gegen den Dritten Großenlüder/Hainzell (25:28) gegen Mannschaften verloren, „die oben mitspielen werden“.

Der Kroate findet, dass die Korbacher, die einzig beim Elften Ditterhausen (21:21) punkteten und gegen den Fünften Wehlheiden (27:28) verloren, nur bei der 36:46-Klatsche beim Sechsten Eschwege schlecht ausgesehen haben.

Abgänge nicht verkraftet

Den Fehlstart führt der 63-Jährige vor allem darauf zurück, dass sein Team mit Ex-Spielertrainer Florian Ochmann und Christoph Reinbold (beide Pause) sowie dem zu Oberligist Gensungen/Felsberg gewechselten Rückraumduo Vince Schmidt und Mark Potthof „Spielerpersönlichkeiten“ verloren habe. Im gegenzug habe die Mannschaft „keine Verstärkungen bekommen“, da die sieben Neuzugänge „alle aus der Jugend oder aus unteren Klassen kommen.

Die Jungs waren als Perspektivspieler eingeplant, jetzt sind sie aufgrund der Abgänge Stammspieler“, sagt Duketis in Richtung von Rechtsaußen Luk Schäfer (eigene Jugend), Allrounder Joshua Sturm und Kreisläufer Lukas Westmeier (beide Twistetal).

Außer den Torhütern Stefan Gehlen und Ivan Blagus sind mit den Rückraumkräften Müller, Sebastian Wrzosek, Dave Alscher und Benjamin Buchloh „nur vier erfahrene Feldspieler übrig geblieben“, sagt Duketis, wobei ihm Buchloh (Daumenbruch) noch lange fehlen wird.

Die Probleme im Spiel sieht der Trainer vor allem im Angriff, „wo wir keinen Brecher haben, der zehn Tore wirft, viele technische Fehler machen und unsere Chancenauswertung schwach ist.“ Seine Mannschaft „kann mit Negativerlebnisse nicht umgehen. Nach einigen Fehler fehlt dem Team das Selbstvertrauen“, meint Duketis und findet im Gegensatz zu vielen Zuschauern, dass sein Team in der neu formierten Abwehr „die wenigsten Probleme hat“.

„Ich habe Geduld“

Obwohl er als sehr ehrgeizig und auch als Mann von schnellen Entscheidungen gilt, will Duketis seine Arbeit beim TSV durchziehen. „Ich habe Geduld. Die Mannschaft hat Geduld. Alle müssen Geduld mit ihr haben“, fordert er. „Die Mannschaft hat Zukunft und ist sehr willig. Ich kann ihr keinen Vorwurf machen. Die Arbeit macht mir großen Spaß“, sagt der erfahrene Coach und glaubt, dass für sein Team noch „Platz fünf bis sieben“ drin ist.

©Waldeckische Landeszeitung | Lokalsport | 22.10.2016

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