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Handball-Landesliga: TSV Korbach verliert Spitzenspiel gegen TSV Vellmar mit 24:32

Offensiv zu hektisch agiert

Von Reinhard Schmidt

Korbach. Wenn es nur mehr von diesen starken fünf Minuten gegeben hätte… In den 300 Sekunden direkt nach der Halbzeit wurde sichtbar, wie die Handballer des TSV Korbach den in dieser Saison bisher nur von ihnen selbst geschlagenen Tabellenführer der Landesliga, TSV Vellmar, erneut zu Fall bringen können. Die Männer um Spielertrainer Florian Ochmann wandelten innerhalb von 300 Sekunden einen 13:16-Rückstand in eine 18:16-Führung um. Die Fehlerquote ging in dieser Phase im Korbacher Spiel nahezu gegen null, hinten kein Lücke bieten und vorne kombinations- und treffsicher. Leider hielten die Kreisstädter diese Spielweise auch nicht annähernd 60 Minuten durch.

Hektik wegen Zeitnot

„Wir wussten vorher, wenn wir den Hinspielsieg wiederholen wollen, muss bei uns wieder alles passen und Vellmar darf auch keinen so guten Tag erwischen“, sagte Ochmann kurz nach der Schlusssirene. Das Endergebnis von 24:32 sei zwar etwas zu hoch ausgefallen, aber Vellmar habe verdient gewonnen.

Überraschungen lassen sich auch nur schwer wiederholen. Die rund 800 Zuschauer in der Korbacher Kreissporthalle sahen ein gutes Spitzenspiel, das erst in der Schlussviertelstunde zu einer klaren Angelegenheit für den Tabellenführer wurde, weil die Korbacher aus Zeitnot ihre Angriffe schnell abschließen mussten und der Ball dann meist vorbei ging oder am guten Vellmarer Torwart Christian Gumula abprallte.

Ochmann hatte für dieses Schlagerspiel eine besondere taktische Variante ins Spiel gebracht. Er wollte den Vellmarer Rückraumschützen Benjamin Gunkel und Fabian Struif ihre wurfgewaltige Torgefahr halbwegs nehmen und sie wurden von Vince Schmidt und Frieder Schmidt kurz gedeckt. „Dass Korbach die beiden aus dem Spiel genommen hat, hat uns anfangs schon Probleme bereitet“, gab Vellmars Trainer Andreas Paul zu.

Überrumpelungstaktik

Doch die Heimmannschaft war nicht in der Lage, diese kurzfristige Überrumpelungstaktik für sich zu nutzen, denn dafür hätte das Offensivspiel der Kreisstädter besser funktionieren müssen.

Im Sturmspiel war viel Nervosität drin, das führte zu hektischen Aktionen und einige Spieler waren auf den zu schnellen Torerfolg aus. Mehr Ruhe und Geduld, einen Angriff besser auszuspielen, wäre in einigen Szenen ratsamer gewesen.

Auch bei der Aufstellung wollte Ochmann einen Überraschungseffekt erzielen: Er brachte den seit Wochen verletzten Mark Potthof wieder ins Spiel. Ein Risiko, das anfangs so aussah, als ob es sich lohnen würde. Wie wichtig der Zehner für sein Team ist, machte Potthof schnell deutlich. Er war sofort torgefährlich, warf auch vier Treffer und er übernimmt Verantwortung, wenn sie keiner im Team mehr tragen will. Allerdings ging Potthof auch schnell die Luft aus, weil er seit Wochen nicht trainiert hat. So waren beide Teams anfangs damit beschäftigt, ihren Rhythmus zu suchen und zu finden. Korbach schaffte nach 15 Spielminuten erstmals die Führung (8:7), aber schon zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass die Fehlerquote bei den Spielern um Kapitän Robert Müller an diesem Tag zu hoch sein würde.

Offene Deckung

Vellmar fand zudem von Minute zu Minute besser die Lücken in der offenen Korbacher 4-2-Deckung und in die stieß vor allem der körperlich kleine, aber sehr wendige Außenstürmer Lance-Phil Stumbaum, der mit zwölf Treffern erfolgreichster Vellmarer Torschütze war. Der Spitzenreiter hatte auch die bessere Körpersprache an diesem Tag, Vellmar gab seinem Gegner immer wieder das Gefühl, wenn du uns gefährlich wirst, können wir noch zulegen.

Mit dieser dominanten Ausstrahlung auf dem Feld war es Vellmar auch möglich, die dollen Korbacher fünf Minuten nach der Halbzeit nicht noch länger werden zu lassen und danach den Gegner wieder klein zu halten.

Es folgten direkt die fünf torlosen Korbacher Minuten, die Vellmar bis Mitte der zweiten Halbzeit zu einem Vier- Tore-Vorsprung nutzte. Nun hechelte der Gastgeber diesem Rückstand hektisch hinterher. Ochmann & Co. waren nun dazu gezwungen, in der Offensive alles oder nichts zu spielen. Und so wurde es diesmal nichts mit einem Sieg für die Korbacher über Vellmar.

Tore für Korbach: Sebastian Wrzosek 6, Mark Potthof 4, Dave Alscher 4, Benjamin Buchloh 4, Frieder Schmidt 2, Robert Müller 2/1, Vince Schmidt 2

Quelle WLZ-FZ

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