TSV Korbach  | Handball

Interview mit Spielmacher Robert Müller: „Wir sind nicht so schwach“

Nicht wirklich erfolgreich verläuft die Saison bislang für die Landesliga-Handballer vom TSV Korbach. Vor dem Heimspiel gegen Landwehrhagen sprachen wir mit Kapitän Robert Müller über die Gründe für den durchwachsenen Saisonverlauf.

 

Herr Müller, warum steigt Korbach in dieser Saison nicht ab?

Robert Müller: Weil wir unsere Position in dieser Liga noch finden werden. Uns fehlt einfach das Selbstvertrauen im Spiel. Wir brauchen unbedingt mal ein Erfolgserlebnis. Wir sind auf keinen Fall so schwach, wie es der derzeitige Tabellenstand aussagt. Momentan haben wir aber noch eine Blockade im Kopf.

Zwei Siege, neun Niederlagen. Woran liegt das?

Müller: Unser Auftaktprogramm hatte es schon in sich. Wobei wir da noch ganz gut gespielt haben. Bei unseren Siegen gegen Körle und Eschwege haben wir uns dann auch schon nicht mit Ruhm bekleckert. Wir setzen uns vielleicht zu sehr unter Druck. Abstiegskampf ist eine ganz neue Situation für uns.

Wirkt der Schock vom plötzlichen Tod von Trainer Andreas Streller noch nach?

Müller: Natürlich ist diese schreckliche Sache noch in unseren Köpfen drin. Vielleicht haben wir zu wenig darüber gesprochen.

Ihr habt nur in einem Saisonspiel weniger als 30 Gegentore kassiert. Wie wütend sind eure Torhüter auf die Abwehr?

Müller: Die sind auch nicht zufrieden mit unserer Abwehrleistung. Wobei ich dazu sagen muss, dass unsere Torhüter in den vergangenen Spielen super gehalten haben. Sonst hätten wir noch mehr Gegentore kassiert, was eigentlich unvorstellbar ist.

Vorne läuft es bei euch. Nur Melsungen II wirft mehr Tore. Eine bemerkenswerte Bilanz.

Müller: Das stimmt. Im Angriff lief es schon in der Aufstiegssaison richtig gut. Nur: In unserer Liga geben die Gegner 60 Minuten lang Vollgas. In der Bezirksoberliga sind viele Mannschaften nach 45 Minuten eingebrochen. Im Training arbeiten wir vermehrt an der Abwehr. Da funktioniert das auch gut, das müssen wir aber noch in die Spiele transferieren. Im Spiel fehlt noch das Vertrauen in den Nebenmann und auch die Zusammenarbeit fehlt.

Die Leistungsträger spielen eine schwache Saison, darunter auch Sie. Warum?

Müller: Bei uns spielt in jedem Spiel mindestens ein Spieler unglaublich gut, der Rest versteckt sich aber dahinter. Da funktionieren wir als Mannschaft nicht richtig. Wir haben da angesetzt und vergangene Woche einen Teamabend organisiert. Solche Teambildungsmaßnahmen soll es jetzt monatlich geben.

Ist Korbach zu stark für die Bezirksoberliga, aber zu schwach für die Landesliga?

Müller: Nein. Auch unsere Gegner sagen, dass wir in die Landesliga gehören. In der Rückrunde haben wir mehr Heimspiele, als in der Vorrunde. Vor der Saison gab es für uns aber eine besondere Problematik…

Welche denn?

Müller: Von einigen Mannschaften wurden wir als Aufstiegsfavorit gehandelt. Diese Bürde war schwer abzulegen. Jeder Gegner hat sich gegen uns reingehangen. Unterschätzt wurden wir nicht.

Was sind die größten Unterschiede zur Bezirksoberliga?

Müller: In der Landesliga sind alle Mannschaften topfit, schneller und auch körperlich viel stärker. Das interessante ist aber, dass in jeder Mannschaft mindestens ein, zwei Spieler stehen, die auch schon mal im Profibereich Handball gespielt haben. Das macht unglaublich Spaß gegen solche Leute zu spielen.

Warum ist es so schwer einen auswärtigen Trainer zum TSV zu bekommen?

Müller: Wir haben uns erstmal für eine interne Lösung entschieden, da wir nicht wieder einen Neustart wollten. Ich halte die aktuelle Lösung auch für die beste. Es wird schwierig im Winter einen neuen Trainer zu finden. Die Ergebnisse haben auch nicht die Trainer zu verantworten, sondern wir als Mannschaft.

Die nächsten Gegner heißen Landwehrhagen, Zwehren und Hofgeismar. Was geht da?.

Müller: Wir stehen unter Zugzwang. Ein Erfolgserlebnis ist umso wichtiger. Wenn wir das erste Spiel gewinnen, gewinnen wir auch die nächsten beiden. So einfach ist das. Ich lege mich aber schon mal fest.

Worauf denn?

Müller: Korbach wird am Ende auf einem guten Mittelfeldplatz landen. Da können mich einige für verrückt erklären. Ich glaube fest an die Qualität unserer Mannschaft.

Von Daniel Schneider Quelle HNA Online

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